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Fachbegriffelexikon

Technische Begriffe aus dem Industrielackbereich

Was verbirgt sich hinter dem "Impact-Test"? Was ist eine "UN-Nummer"? Und wofür steht eigentlich die Abkürzung "ESD"?

Fragen wie diese beantwortet unser neues Fachbegriffelexikon mit Erklärungen zu speziellen Ausdrücken und Abkürzungen in der Lack- und Beschichtungsbranche. Geben Sie einfach einen Suchbegriff ein oder klicken Sie sich durch das Glossar:

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31. BImSchV

31. Bundes-Immissionsschutzverordnung: Verordnung zur Begrenzung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen bei der Verwendung organischer Lösemittel in Anlagen

Abriebfestigkeit

Die Abriebfestigkeit bezeichnet die Widerstandsfähigkeit von festen Oberflächen gegenüber mechanischer Beanspruchung, insbesondere Reibung. Sie wird von den Oberflächeneigenschaften der beteiligten Stoffe, hauptsächlich der Rauigkeit und Härte, bestimmt.

Air-Mix-Spritzen

Zurzeit die beste Spritzform für Acryl-Lacke, aber auch für Alkydharzlacke auf großen Flächen.

Das luftunterstützte Airless-Spritzen erzielt eine glatte Lackoberfläche bei wenig Overspray. Das Material wird mit einem Druck von ca. 20 bis 150 bar in die Pistole gepumpt, und zusätzlich wird durch eine getrennte Leitung Luft mit 0,5 bis 2,5 bar und einem Volumen von 100 - 150 Liter pro Minute in dieselbe Pistole gepresst. Die Kombination von Materialdruck, Luftdruck, Luftmenge und Düsentechnik erzielt eine feine Materialzerstäubung.

Airless Spritzen

Airless (= luftloses) Spritzverfahren für die Verarbeitung von Lacken und Dispersionen auf großen Flächen. Bei diesem Verfahren wird der Beschichtungsstoff nur über den Materialdruck zerstäubt. Geräte mit einer Membran- oder Kolbenpumpe können Drücke bis ca. 280 bar erzeugen, jedoch wird im Regelfall mit einem Druck von 80 bis 140 bar gearbeitet. Durch die hohe Energie, mit der die Farbtropfen auf die Fläche prallen, wird immer eine leichte Oberflächenstruktur erzeugt bei verhältnismäßig wenig Overspray.

Anti-Graffiti

Graffiti steht als Sammelbegriff für von privater Hand angebrachte Bilder oder Schriftzüge (meist mittels Spraydosenlack) auf Oberflächen des öffentlichen Raums. Anti-Graffiti-Beschichtungen sind Beschichtungen, die eine rückstandslose Entfernung von Graffiti ermöglichen, ohne die Oberfläche zu beschädigen.

aromatenarm

Aromatenarm sind alle lösemittelhaltigen Lacke, deren Aromatenanteil im Lösungsmittel weniger als 25% beträgt.

aromatenfrei

Aromatenfrei sind alle lösemittelhaltigen Lacke, deren Aromatenanteil im Lösungsmittel weniger als 1% beträgt. Durch die Verwendung von Isoparaffin an Stelle von Testbenzin sinkt die Lösemitteldampfkonzentration bei Lackierarbeiten mit aromatenfreien Produkten in Innenräumen ohne Belüftung auf beeindruckend niedrige Werte. Die sonst so typische starke Geruchsbelästigung ist spürbar reduziert.

ATL

ATL steht für Anodische Tauch-Lackierung. Bei diesem elektrochemischen Lackierverfahren wird das Lackiergut in einen elektrisch leitfähigen, wässrigen Elektrotauchlack eingetaucht und ein Gleichspannungsfeld zwischen Lackiergut und einer Gegenelektrode angelegt. Das Lackiergut ist bei der ATL als Anode, die Gegenelektrode(n) als Kathode geschaltet.

Aushärtung

Als Aushärtung von Lacken bezeichnet man die Reaktion (Vernetzung) der Bindemittelmoleküle untereinander mit dem Ziel, einen trockenen, geschlossenen und widerstandsfähigen Lackfilm zu bilden. Der Aushärteprozess wird je nach System auf unterschiedliche Weise gestartet, z.B. durch Wärme bei Einbrennsystemen, durch Zugabe von Härter bei 2K-Systemen etc.

Bandverzinktes Coil

Coil ist die Bezeichnung für den um einen Kern aufgerollten Endlosblechstreifen. Sendzimirverzinkte Bleche werden auch als "bandverzinkt" bezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Verfahren zum Durchlaufverzinken von Kaltband, benannt nach seinem Erfinder. Die kaltgewalzten Bänder werden zu einem endlosen Band verschweißt und durchlaufen kontinuierlich einen Ofen mit leicht oxidierender Atmosphäre, in dem das auf dem Band befindliche Fett entfernt, das Band geglüht und schwach oxidiert wird. Anschließend tritt das Band in einen mit Wasserstoff-Stickstoff-Atmosphäre gefüllten Ofen ein, in dem die Oxide während der Wärmebehandlung reduziert werden. Danach gelangt es sofort in das Zinkbad.

BimSchG

Bundesimmisionsschutzgesetz: Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge.

Bleistifthärte

Bestimmung der Oberflächenhärte von Beschichtungsstoffen mit Hilfe von Bleistiften mit den Härtegraden von 6B bis 9H. Die Bleistifthärte ist ein Maß für die Oberflächenhärte und -verletzbarkeit. Je härter die Oberfläche, desto härter muß der Bleistift sein, um sie zu verletzen.

Norm: DIN EN 13523-4

Bonder

Als Bonder bezeichnet man eine durch Phosphatieren behandelte Metalloberfläche. Die Phosphatierung dient dem Korrosionsschutz. Bei weiteren Bearbeitungsschritten wie z. B. dem Tiefziehen dient die erzeugte Phospatierung als Gleitschicht.

Bondieren

Als Bonder bezeichnet man eine durch Phosphatieren behandelte Metalloberfläche. Die Phosphatierung dient dem Korrosionsschutz. Bei weiteren Bearbeitungsschritten wie z. B. dem Tiefziehen dient die erzeugte Phospatierung als Gleitschicht.

Buchholzhärte

"Die Buchholzhärte ist ein Verfahren zur Bestimmung der „Oberflächenhärte“ von Beschichtungen. Hierbei wird ein Eindruckkörper unter festgelegten Bedingungen auf die Beschichtung aufgesetzt. Die Länge des dabei entstehenden Eindrucks wird gemessen (und kann in eine „Buchholzhärte“ umgerechnet werden). Der Eindruckversuch gilt im Bereich von 0,4 bis 2,0 mm Eindrucklänge."

Norm: DIN EN ISO 2815

Buntmetalle

Bezeichnung für Schwermetalle (außer Eisen), die farbig sind oder farbige Legierungen bilden, z.B. Kupfer, Blei, Zink, Zinn.

Chemiekalienbeständigkeit

Beständigkeit gegen ausgesuchte Chemikalien. Hierzu wird ein mit dem Prüfmedium getränktes Filterpapier auf die Beschichtung aufgelegt und über den Prüfzeitraum mittels Uhrglas abgedeckt. Beurteilt wird, ob sich Blasenbildung, Ablösung, Erweichung oder eine andere nachhaltige Beeinträchtigung zeigt.

Coil-Coating

Industrielles Verfahren der Beschichtung von Blechbahnen durch Aufwalzen von Anstrichstoffen. Unsere Coil-Coating Produkte im Lieferprogramm.

Corona-Applikation

Die Corona-Applikation ist ein Verfahren zum Auftragen von Pulverlacken. Hierbei werden die Pulverlackpartikel an einer Elektrode vorbeigeführt, an der eine Spannung von 30 bis 100 kV anliegt. Hierdurch wird eine elektrisch geladene Pulverwolke erzeugt. Die geladenen Partikel werden zur Werkstückoberfläche transportiert. Dort schlagen sie sich nieder, haften dort elektrostatisch und bilden die Pulverlackschicht.

Deckvermögen

Das Deckvermögen ist gemäß DIN EN 971-1 das Vermögen eines Beschichtungsstoffes, die Farbe oder Farbunterschiede eines Untergrundes zu verdecken. Das Deckvermögen wird durch deckende Pigmente erreicht und kann meist durch die Kombination mit geeigneten Füllstoffen noch erhöht werden. Abhängig ist es vom (Licht-) Brechungsindex des betreffenden Pigments sowie seiner Teilchengröße und Verteilung im jeweiligen Medium. Das Deckvermögen ist umso besser, je größer der Unterschied der Brechungsindizes zwischen Bindemittel und Pigment bzw. Füllstoff ist. Füllstoffe weisen im Vergleich zu Pigmenten generell ein schlechteres Deckvermögen auf. Klarlacke und Lasuren besitzen kein bzw. ein nur sehr geringes Deckvermögen. Als Deckungskriterium wird bei unbunten Beschichtungen das Kontrastverhältnis zwischen den schwarzen und weißen Feldern des mit einer bestimmten Menge des betreffenden Anstrichstoffes versehenen Untergrundes gemessen. Bei bunten Beschichtungen wird stattdessen der Farbabstand ermittelt.

Dichte

Die Dichte ist das Verhältnis der Masse eines Stoffes zu seinem Volumen (Dichte = Masse dividiert durch Volumen). Grob betrachtet kann man aus der Dichte darauf schließen, ob ein Stoff leicht (kleiner Wert) oder schwer und kompakt ist (hoher Wert). Bei porösen, faserigen oder körnigen Stoffen spricht man von Rohdichte. Verwendete Einheiten der Dichte: g/cm³ oder kg/l. Früher wurde die Dichte auch als "spezifisches Gewicht" bezeichnet. Wird die Dichte nur als Verhältniszahl ohne Einheit angegeben, spricht man von der relativen Dichte. Diese ist bezogen auf die gleiche Raummenge (Volumen) Wasser. Wasser hat die Dichte 1.

DIN-Normen

DIN-Normen sind die vom DIN (Deutsches Institut für Normung) herausgegebenen und für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland gültigen Normen, die als Ergebnis von Normungsarbeiten in Arbeitsausschüssen für unterschiedliche Gebiete zusammengestellt werden. Im Allgemeinen schließt dabei zunächst ein Norm-Entwurf die betreffende Arbeit ab, der nach Diskussion und evtl. Berücksichtigung von eingegangenen Stellungnahmen innerhalb einer bestimmten Frist vom zuständigen Arbeitsausschuss als endgültige Norm verabschiedet und anschließend veröffentlicht wird. Diese wird dann als dem jeweiligen Stand der Technik entsprechende anerkannte Regel in der Praxis eingeführt und angewendet, wobei Weiterentwicklungen zu überarbeiteten Normen unter gleicher Bezeichnung oder neuen Normen führen.

Im Zuge der europäischen Harmonisierung werden nationale Normen in Zukunft an Bedeutung verlieren und entweder in europäische (CEN-Normen) oder internationale Normen (ISO-Normen) übergeführt. Dies bedeutet, dass auch neue Normen zukünftig nicht mehr als nationale, sondern nur noch als CEN- oder DIN-ISO-Normen erarbeitet werden.

Weitere Informationen über die DIN-Normen finden Sie unter Service / Rechte und Normen / DIN-Normen.

Dosierluft

Als Dosierluft bezeichnet man Luft, die bei der Förderung von Pulverlack zur Lackierpistole zudosiert wird um eine möglichst gleichmäßige und genaue, pulsationsfreie Dosierung des Pulverlackes zu erzielen. Dieses ist notwenig um Fehler und Unregelmäßigkeiten in der Beschichtung zu vermeiden.

Dünnschichtpulverlack

Dünnschichtpulverlacke sind Pulverlacke, die aufgrund ihrer Pigmentierung ein hohes Deckvermögen bei geringen Schichtdicken (bis zu 30 µm) erlauben. Prinzipiell lassen sich Dünnschichtpulver genauso verarbeiten wie herkömmliche Pulverlacke.

E-Statik-Spritzen

Bei diesem Verfahren wird ein elektrostatisches Hochspannungsfeld von 60 bis 150 kV angelegt und häufig rotierende Lackzerstäuber (Hochrotationszerstäuber) verwendet. Hierbei werden die Lackteilchen negativ geladen, das metallische Werkstück bekommt eine positive Ladung mit der Folge, das sich ein elektrostatisches Feld aufbaut. Dadurch wird der Beschichtungsstoff der nur von einer Seite aufgespritzt wird durch elektrostatischen Umgriff an der Rückseite „angezogen“. E-Statik-Spritzen ist ein sehr effektives Lackierverfahren mit guter Kantenabdeckung und sehr wenig Overspray.

 

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